Moed Katan 52

Kapitel 52

א ובאיחוי אלכסנדרי
1 Mit einer alexandrinischen Naht.
ב ת"ר הקורע מתוך השלל מתוך המלל מתוך הלקט מתוך הסולמות לא יצא מתוך האיחוי יצא אמר רב חסדא ובאיחוי אלכסנדרי
2 Die Rabbanan lehrten: Wer [das Gewand] an der Stelle einreißt, wo es zusammengeheftet, zusammengefaltet, zusammengekettelt oder leiterartig zusammengestochen war, hat seiner Pflicht nicht genügt; wenn an der Stelle, wo es zusammengenäht war, so hat er seiner Pflicht genügt. R. Ḥisda sagte: Mit einer alexandrinischen Naht.
ג ת"ר רשאי להופכו למטה ולאחותו ר' שמעון בן אלעזר אוסר לאחותו וכשם שהמוכר אסור לאחותו כך הלוקח אסור לאחותו ולפיכך מוכר צריך להודיעו ללוקח
3 Die Rabbanan lehrten: Man darf [den Riß] nach unten umkehren und ihn zusammennähen; R. Šimo͑n b. Elea͑zar verbietet ihn zusammenzunähen. Und wie der Verkäufer ihn nicht zusammennähen darf, so darf ihn auch der Käufer nicht zusammennähen; daher muß der Verkäufer es dem Käufer mitteilen.
ד ת"ר תחילת קריעה טפח ותוספת שלש אצבעות דברי רבי מאיר רבי יהודה אומר תחילת קריעה שלש אצבעות ותוספת כל שהו
4 Die Rabbanan lehrten: Der erste Riß muß eine Handbreite und die Erweiterung drei Finger groß sein – so R. Meír; R. Jehuda sagt, der erste Riß drei Finger und die Erweiterung irgend wie groß.
ה אמר עולא הלכה כרבי מאיר בקריעה והלכה כרבי יהודה בתוספת תניא נמי הכי רבי יוסי אומר תחילת קריעה טפח ותוספת כל שהו
5 U͑la sagte: Die Halakha ist wie R. Meír hinsichtlich des [ersten] Risses und die Halakha ist wie R. Jehuda hinsichtlich der Erweiterung. Ebenso wird auch gelehrt: R. Jose sagt, der erste Riß eine Handbreite und die Erweiterung irgendwie groß.
ו ת"ר אמרו לו מת אביו וקרע מת בנו והוסיף תחתון מתאחה עליון אינו מתאחה
6 Die Rabbanan lehrten: Wenn man einem erzählt hat, sein Vater sei gestorben, und er [das Gewand] eingerissen hat, sein Sohn sei gestorben, und er [den Riß] erweitert hat, so darf der untere [Riß] zusammengenäht werden, der obere aber nicht.
ז מת בנו וקרע מת אביו והוסיף עליון מתאחה תחתון אינו מתאחה
7 Sein Sohn sei gestorben, und er [das Gewand] eingerissen hat, sein Vater sei gestorben, und er [den Riß] erweitert hat, so darf der obere [Riß] zusammengenäht werden, der untere aber nicht.
ח מת אביו מת אמו מת אחיו מתה אחותו קורע קרע אחד לכולן רבי יהודה בן בתירה אומר על כולן קרע אחד על אביו ואמו קרע אחד לפי שאין מוסיפין על קרע אביו ואמו
8 Sind ihm Vater, Mutter, Bruder und Schwester gestorben, so reiße er über sie alle nur einen Riß ein. R. Jehuda b. Bethera sagt, über alle zusammen einen Riß, über seinen Vater und seine Mutter einen Riß besonders, weil der Riß über den Vater und die Mutter nicht erweitert wird. –
ט מאי טעמא אמר רב נחמן בר יצחק לפי שאינן בתוספת
9 Aus welchem Grunde? R. Naḥman b. Jiçḥiaq erwiderte: Weil man diesen nicht erweitern kann.
י אמר שמואל הלכה כרבי יהודה בן בתירה ומי אמר שמואל הכי והאמר שמואל הלכה כדברי המיקל באבל אבילות לחוד קריעה לחוד
10 Šemuél sagte: Die Halakha ist wie R. Jehuda b. Bethera. – Kann Šemuél dies denn gesagt haben, Šemuél sagte ja, die Halakha sei bei der Trauer nach der Ansicht des Erleichternden zu entscheiden!? – Die Trauer für sich und das Einreißen für sich. –
יא עד היכן קורע עד טיבורו ויש אומרים עד לבו אע"פ שאין ראיה לדבר זכר לדבר שנאמר (יואל ב, יג) וקרעו לבבכם ואל בגדיכם
11 Wie weit reiße man ein? Bis zum Nabel. Manche sagen, bis zum Herzen, und obgleich es dafür keinen Beweis gibt, so gibt es eine Andeutung, denn es heißt: <i>zerreißt euer Herz und nicht eure Kleider</i>.
יב הגיע לטיבורו מרחיק שלש אצבעות וקורע נתמלא מלפניו מחזירו לאחוריו נתמלא מלמעלה הופכו מלמטה והקורע מלמטה ומן הצדדין לא יצא אלא שכהן גדול פורם מלמטה
12 Reicht [der Riß] bis zum Nabel, so reiße er [den zweiten Riß] in einer Entfernung von drei Handbreiten. Ist [das Gewand] vom voll [Risse], so drehe er es nach hinten; ist es oben voll [Risse], so wende er es nach unten. Wer [das Gewand] unten oder an der Seite einreißt, hat seiner Pflicht nicht genügt, nur der Hochpriester reißt es unten ein.
יג פליגו בה רב מתנה ומר עוקבא ותרוייהו משמיה דאבוה דשמואל ולוי חד אמר כל שבעה קורע לאחר שבעה מוסיף וחד אמר כל שלשים קורע לאחר שלשים מוסיף
13 R. Mathna und Mar U͑qaba streiten, beide im Namen des Vaters Šemuéls und Levis; einer sagt, während der sieben [Trauertage] reiße man von neuem ein, nach den sieben erweitere man [den ersten Riß], und einer sagt, während der dreißig [Trauertage] reiße man von neuem ein, nach den dreißig erweitere man [den ersten Riß].
יד מתקיף לה רבי זירא מאן דאמר כל שבעה קורע אמאי דלא ניתן לשוללו אלא הא דאמר מר האשה שוללתו לאלתר ה"נ
14 R. Zera wandte ein: Der Grund desjenigen, welcher sagt, während der sieben [Trauertage] reiße man von neuem ein, ist wohl der, weil man dann [den Riß] nicht zusammenheften darf, demnach sollte eine Frau, von der der Meister sagte, sie dürfe ihn sofort zusammenheften, ihn wohl [erweitern] dürfen!? –
טו התם משום כבוד אשה הוא
15 Diese darf es nur wegen des Anstandes. –
טז מאן דאמר כל שלשים קורע אמאי דלא ניתן לאחותו אלא לאביו ולאמו דלא ניתן לאחותו לעולם ה"נ
16 Der Grund desjenigen, welcher sagt, während der dreißig [Trauertage] reiße man von neuem ein, ist wohl der, weil man dann [den Riß] nicht zusammennähen darf, demnach sollte man es, wenn es [eine Trauer] über Vater und Mutter ist, wo man ihn niemals zusammennähen darf, [auch nachher]!? –
יז התם משום כבוד אביו ואמו הוא
17 Dies nur zu Ehren des Vaters und der Mutter.
יח ת"ר היוצא בבגד קרוע לפני המת הרי זה גוזל את המתים ואת החיים
18 Die Rabbanan lehrten: Wer mit einem [von früher her] eingerissenen Gewände einem Toten das Geleit gibt, beraubt die Toten und die Lebenden.
יט רשב"ג אומר האומר לחבירו השאילני חלוקך ואלך ואבקר את אבא שהוא חולה והלך ומצאו שמת קורע ומאחו וכשיבא לביתו מחזיר לו חלוקו ונותן לו דמי קרעו ואם לא הודיעו הרי זה לא יגע בו
19 R. Šimo͑n b. Gamliél sagte: Wer zu seinem Nächsten spricht: Borge mir dein Gewand, ich will meinen kranken Vater besuchen, worauf er ihn besucht und ihn tot findet, reiße es ein und nähe es wieder zusammen, und wenn er nach Hause kommt, gebe er ihm das Gewand zurück und eine Entschädigung für den Riß; hat er ihm es nicht gesagt, so darf er es nicht berühren.
כ ת"ר חולה שמת לו מת אין מודיעין אותו שמת שמא תטרף דעתו עליו ואין מקרעין בפניו ומשתקין את הנשים מפניו
20 Die Rabbanan lehrten: Wenn einem Kranken jemand stirbt, so teile man ihm dies nicht mit, weil seine Sinne verwirrt werden könnten; ferner darf man in seiner Gegenwart [das Gewand] nicht einreißen und bringe in seiner Umgebung die [Klage]weiber zum Schweigen.
כא ומקרעין לקטן מפני עגמת נפש וקורעין על חמיו ועל חמותו מפני כבוד אשתו
21 Man reiße das Gewand eines Kindes ein, damit dies Wehmut errege. Ferner reiße man zur Ehrung seiner Frau [das Gewand] über seinen Schwiegervater und seine Schwiegermutter ein.
כב ואמר רב פפא תנא באבל רבתי אבל לא יניח תינוק בתוך חיקו מפני שמביאו לידי שחוק ונמצא מתגנה על הבריות:
22 R. Papa sagte: im großen Traktate von der Trauer wird gelehrt, ein Leidtragender dürfe kein Kind auf den Schoß nehmen, weil es ihn zum Scherzen veranlaßt, und dies den Leuten verächtlich erscheinen könnte.
כג ואין מברין על מטות זקופות: ת"ר ההולך לבית האבל אם היה לבו גס בו יברוהו על מטות כפויות ואם לאו יברוהו על מטות זקופות
23 D<small>AS</small> T<small>RAUERMAHL IST NICHT</small> <small>AUF AUFGERICHTETEN</small> B<small>ETTEN EINZUNEHMEN</small>. Die Rabbanan lehrten: Wenn jemand den Leidtragenden besucht, so lasse man ihn, wenn er mit ihm vertraut ist, das Trauermahl auf einem umgelegten Bette einnehmen, sonst lasse man es ihn auf einem aufgerichteten Bette einnehmen.
כד רבא איתרע ביה מילתא על לגביה אבא בר מרתא דהוא אבא בר מניומי רבא זקיף אבא בר מרתא כפי אמר כמה לית ביה דעתא להאי צורבא מרבנן
24 Einst ereignete sich bei Raba ein Trauerfall, und Abba b. Martha, das ist Abba b. Minjomi, besuchte ihn. Da richtete Raba [das Bett] auf, Abba b.Martha aber legte es um. Darauf sprach jener: Wie mangelt es diesem Jünger an Verstand!
כה תנו רבנן ההולך ממקום למקום
25 Die Rabbanan lehrten: Wenn [ein Leidtragender] von Ort zu Ort reist,